Archive for März, 2013

März 25th, 2013

Research Report Case Study One: the „Tagesschau“

After nearly one year of data generation (including 16 in-depth-interviews, two online surveys, three content analyses) and interpretation we are very proud to announce that the research report on our first case study is now available online (in German):

Wiebke Loosen / Jan-Hinrik Schmidt / Nele Heise / Julius Reimer / Mareike Scheler (2013): Publikumsinklusion bei der Tagesschau. Zusammenfassender Fallstudienbericht aus dem DFG-Projekt „Die (Wieder-)Entdeckung des Publikums“. Arbeitspapiere des Hans-Bredow-Instituts Nr. 26. Hamburg: Verlag Hans-Bredow-Institut, März 2013. Online: http://www.hans-bredow-institut.de/webfm_send/709.

The report presents and discusses the findings of our research at the most traditional German TV news cast, the „Tagesschau„. At first, we introduce our theoretical heuristic of audience inclusion which guided the several stages of our empirical work. The model differentiates between inclusion performances as well as inclusion expectations (of journalists / the medium under observation, and its users/recipients); everything else you need to know about the theoretical background of our project is presented in a journal article by Wiebke and Jan.

Secondly, we give an overview over the results of our research within the „Tagesschau“ newsroom, as well as the outcomes of the qualitative and quantitative surveys among the „Tagesschau“ audience. And finally, we discuss the implications of these findings with regard to: a) the inclusion level at the „Tagesschau“ (i.e. the [a]symmetry of inclusion performances on both sides), and b) the inclusion distance (i.e. the [in]concruency of mutual expectations) between journalists and audience members of the newscast. Additionally, two separate technical reports which document the basic descriptive tables from the surveys on the tagesschau.de users and the editorial staff of the Tagesschau newsroom are online as well.

So, please feel free to share the good news and do not hesitate to get in contact with us if you have any questions, praise or critical remarks etc.

[nh]

 

März 12th, 2013

Notes on our „Corporate Eidentity“*

When our project started in October 2011, we decided to do it „Cyberscience 2.0″[1] style and we came up with the idea to create an account on Twitter (which can be found here, by the way). For one, we wanted to use Twitter as a tool of networking (with other researchers, journalists and media companies) as well as information and communication (e.g. tweeting information about new blog content, retweeting interesting „stuff“ about developments on the field of our project topics or conference tweeting). Moreover, our Twitter account functions as a digital business card (e.g. on presentation slides or in research-reports), which is easy to find and which helps people to follow our activities online. And yes, it also helps us to gain attention for our project and its outcomes.[2]

But we all know that Social Media activities do not work very well on a anonymous, impersonal basis. Hence, we had to find a striking (or at least „creative“) icon or avatar to represent our project in the Twittersphere. After months and months, a colleague of ours, Florian Hohmann, created our very own jPub20 egg – our „eIcon“ – a playful version of the Twitter default avatar, which became a very important piece of our „scientific corporate Eidentity“.

eIcon jPub20team eIcon jPub20team Easter Version

As you can see above: the „eIcon“ not only symbolizes the vast amount of intelligence of our project team members (note the glasses!). It is also flexible with regard to festivities and holidays (Easter in this case) and it can be used in a variety of contexts, e.g. as a „group portrait“ (as it has been used for a preview of our presentation at the annual conference of the DGPuK this year in Mainz). We are very proud of our „Eidentity“ and suggest that every publicly funded research project should have one.

However: Although some weeks are still ahead, we wish happy easter holidays to all our readers! Have a pleasant time and: may the eggs be with you.

 [nh]

 

* Warning: This posting might contain traces of (self) irony (and nuts).

 

[1] Nentwich, M. & König, R. (2012): Cyberscience 2.0. Research in the Age of Digital Social Networks. Frankfurt/M.: Campus Verlag.
[2] Besides these practices of identity, information and relationship management (see: Schmidt, J (2007). Blogging Practices. An Analytical Framework. Journal of Computer-Mediated Communication, 12(4), article 13), we use the Twitter account also for scientific purposes, e.g. the observation of our case studies or for the feature analyses.
März 11th, 2013

Zwischen Publikumsbeteiligung und Transparenz: Experimente mit offenem Journalismus

Bereits im „New(s) stuff“-Post ist bei den Themen „Live-Blogging“ und „fact-checking“ angeklungen, dass Crowdsourcing und andere Publikumsbeteiligung im Journalismus ein gewisses Maß an Transparenz der redaktionellen Prozesse voraussetzen – allein schon, weil Nutzer wissen müssen, woran die Journalistinnen und Journalisten gerade arbeiten, um wissen zu können, wobei sie ihnen helfen können. Dieser Zusammenhang wird auch bei den folgenden journalistischen Innovationen, Experimenten und Tools deutlich.

So hat etwa Tobias Gillen Ideen und Beispiele gesammelt, wie Journalisten #Vine nutzen können, das (relativ) neues Kurzvideo-Tool aus dem Hause Twitter, das die schnelle Verbreitung von maximal sechs Sekunden langem AV-Material über Social Media erlaubt, aber wegen der Einbindung in den Microblogging-Dienst auch großes Potential birgt für Crowdsourcing und das Bringen von Transparenz in journalistische Prozesse. Gillens Vorschläge für dieNutzung im Journalismus sind u.a.:

  • Bei Live-Berichterstattungen auch ein wenig der Atmosphäre einfangen.
  • Die Leser am Zeitungsbau teilhaben lassen.
  • Tweets besser visualisieren.

Ganz in Crowdsourcing-Manier bittet er übrigens auch um weitere Ideen.

Auf VOCER stellt Gillen dann noch – anschaulich an Beispielen illustriert – die Chancen dar, die Social Media insgesamt für Journalisten bieten in Sachen Crowdsourcing und Transparenz, aber auch um als  einzelner Journalist zu einer Marke zu werden.

Auch Ulrike Langer hat sich mit offenem Journalismus beschäftigt und erzählt hier von journalistischen Experimenten mit Transparenz und Publikumsbeteiligung, etwa bei der Winnipeg Free Press, die ihre Redaktionsräume 2011 um ein Café ergänzte, in dem sich nun tagtäglich Journalisten und Leser über den Weg laufen und untereinander austauschen. Im Vergleich zu den USA heiße es für das Publikum in Deutschland hingegen meist noch „Leser müssen draußen bleiben“, so Langer. Eines der raren deutschen Beispiele für die Öffnung journalistischer Prozesse ist etwa die kürzlich gegründete „Agentur für modernen Journalismus“ Netz-Lloyd.

Um offenen Journalismus ging es hier im Blog ja schon mehrfach, wenn von Live-Berichterstattung unter Nutzung sozialer Medien die Rede war: Denn Plattformen wie Twitter lassen Rezipienten nicht nur dabei sein, wenn über Tweets oder andere Kurznachrichten Schritt für Schritt der Bericht  über ein Ereignis entsteht, sondern erlauben ihnen zudem, diesen Echtzeit-Report ebenfalls in Echtzeit und öffentlich zu kommentieren und manchmal sogar zu beeinflussen – indem sie etwa Nachfragen stellen, denen der Journalist oder die Journalistin dann direkt nachgehen kann. Die Dialogizität sozialer Medien kann von Redaktionen aber auch jenseits des Live-Events sinnvoll genutzt werden, wie Rachel McAthy hier am Beispiel von Q&A-Sessions darstellt: Über das Sammeln und Beantworten von Fragen des Publikums zu einem aktuellen oder aufkommendem großen Thema lässt sich etwa herausfinden, was das Publikum – zumindest das aktive Online-Publikum – denn eigentlich noch nicht weiß oder was es noch wissen möchte. So kann die Berichterstattung stärker auf die Bedürfnisse der Rezipienten abgestimmt werden. Über Empfehlungen oder Weiterleitungen von Usern, (Hash-)Tags und andere Funktionen und Attribute können zudem neue Zielgruppen auf das Medium und seine Berichterstattung aufmerksam (gemacht) werden – etwa die Netzwerk-Kontakte von Usern, die bereits zum Publikum des Mediums gehören. Und auch die Bindung zu bereits vorhandenen Rezipienten wird wohl tendenziell gestärkt durch die Möglichkeit zu Dialog und Beteiligung sowie dadurch, dass die Redaktion demonstriert, dass sie ihr Publikum und seine Wünsche und Bedürfnisse wahr- und aufnimmt.

Wer sich noch weiter mit Live-Blogging beschäftigen möchte, dem sei wärmstens dieser Artikel von Neil Thurman und Anna Walters zu „production, consumption, and form of Live Blogs at a popular UK newspaper website“ ans Herz gelegt aus der ersten Ausgabe der neuen Fachzeitschrift Digital Journalism, die kostenlos zum Download steht.

Zum Schluss noch ein Hinweis auf „1oo Things I’m Learning at Journalism Interactive 2013“, Daniel Reimolds Sammlung von „practical and inspiring tips, tools, links, quotes, and anecdotes“ von der Journalism Interactive-Konferenz, auf der sich vom 7. bis 9. Februar an der University of Florida Journalismus-Wissenschaftler und -Praktiker über Datenjournalismus, Design journalistischer Produkte, mobilen Journalismus und Publikumsbeteiligung austauschten. Reimolds Beitrag ist/war übrigens ein Live-Blog: ein Live-Blog, in dem es u.a. um Live-Blogging geht – so etwas freut doch Fans von Selbstreferentialität und Beobachtungen dritter Ordnung!

Übrigens: Natürlich ist auch dieser Beitrag über offenen Journalismus „offen“, d.h. wir freuen uns über jeden Hinweis auf ein weiteres interessantes Projekt im Journalismus, auf Themen im Umfeld von Publikumsbeteiligung und Transparenz im Journalismus, die wir hier noch nicht behandelt haben usw. [jr]