Archive for Januar, 2012

Januar 26th, 2012

Paper for Information, Communication & Society

Good news: A paper by Wiebke Loosen and Jan-Hinrik Schmidt has been accepted for publication in a special issue of the renowned Journal „Information, Communication & Society„. The special issue, edited by Oscar Westlund (University of Gothenburg) and titled „Three Tensions Shaping Creative Industries in a Digitized and Participatory Media Era“, is scheduled as Nr. 6 of 8 issues this year, so expect the publication in the second half of 2012.

Our paper „(Re-)Discovering the Audience. The relationship between journalism and audience in networked digital media“ is presenting and discussing the theoretical framework on which our research project is grounded. A preprint is available here; the abstract follows. [js]

Current technological, organizational and institutional changes fundamentally alter the relationship between journalism and its audience – with consequences not only for journalistic practice, but also for theoretical and methodological issues of media research. After briefly recounting three perspectives on the audience, the paper outlines key aspects of the sociological theory of inclusion and explicates them in a novel and comprehensive heuristic model of audience inclusion in journalism. It introduces two constructs which apply both for journalism and the audience: (1) inclusion performance subsumes inclusion practices and their manifest results, and (2) inclusion expectations subsume attitudes, norms and perceptions with respect to audience inclusion in journalism. The degree of congruence between performances of journalists and audience members is interpreted as inclusion level; the degree of congruence between the expectations is interpreted as inclusion distance. This model can serve as a heuristic for empirical operationalization, helps to systematize existing and future research on digital networked media and journalism into a coherent sociological framework, and is also open for comparative research on participation in other social systems.

 

 

 

Januar 13th, 2012

Neil Thurman talks about „live blogging at the Guardian“

Neil Thurman, senior lecturer at the City University London, is visiting the University of Hamburg. My colleague Monika Pater and I invited him to present his research in our class “journalism and audience”, which is part of the Erasmus Mundus Master „Journalism and Media within Globalisation“.

On Wednesday the 18th of January 2012, Neil Thurman is going to speak about live blogging at the Guardian. Here is the abstract he handed us in:

„Live Blogging – News Websites‘ Silver Bullet?“
Live Blogging is a synthesis of traditional journalism and contemporary digital technologies that is changing the way news is produced, presented, and consumed online. The format has been adopted by news publishers worldwide and is generating more visitors for news sites, for longer periods of time, than conventional articles or picture galleries. It is increasingly the default format for covering major breaking news stories, sports events, and scheduled entertainment news. Live Blogging combines conventional reporting with curation, where journalists sift and prioritise information from secondary sources and present it to the audience in close to real time, often incorporating their feedback.
This lecture argues that Live Blogging is an expression of the changing relationship between news organisations and the public, meeting transformed consumer preferences for news delivery and formatting, exposing the inner workings of the newsroom to the readers, calling upon them to verify material themselves, and engaging them in a collaborative relationship different from other forms of ‘participatory journalism’ classified thus far. Live Blogging may even be increasing readers’ trust in journalistic institutions and making public affairs content more palatable.

Neil Thurman has published widely on online journalism. Therefore, our project team is looking forward having an inspiring discussion on shared research interests.

As our class room at the University of Hamburg is limited in space, Neil’s presentation isn’t open to the public. So, if there is an interest to join us, please contact us.

[wl]

UPDATE: Recently, Neil Thurman and Anna Walters published the article „LIVE BLOGGING––DIGITAL JOURNALISM’S PIVOTAL PLATFORM?. A case study of the production, consumption, and form of Live Blogs at Guardian.co.uk“ in the first issue of the new online journal „Digital Journalism“. It can be downloaded here for free.

Januar 4th, 2012

Social-Media-Verweise auf publizistische Medien

Jens Schröder, der als Popkulturjunkie und für das „Hyperland“ des ZDF bloggt, hat gestern eine interessante Liste veröffentlicht: Die 100 deutschsprachigen publizistischen Beiträge aus dem Internet, die auf sozialen Medien im Jahr 2011 die größte Resonanz erfahren haben, gemessen als Summe der Empfehlungen bei Facebook, Google+ und Twitter. Im Hyperland-Beitrag schlüsselt er auch auf, welche Themen dieser Maßzahl zufolge 2011 besonders „gut gingen“ – die Guttenberg-Affäre, Viren-Warnungen zu Facebook sowie die Schließung des Portals kino.to waren gleich mehrfach unter den Top 100 vertreten.

Mit Unterstützung unseres studentischen Mitarbeiters Niklas Weith (der an seinem ersten Arbeitstag gleich mal mit ad-hoc-Empirie konfrontiert wurde) haben wir die Liste der 100 Beiträge selbst noch einmal aufbereitet und zusätzlich verdichtet.

Vertrautes Aufmerksamkeitsmuster

Die Verteilung der Summe an Verweisen zeigt ein vertrautes Bild: Die populärsten Beiträge haben einen gewissen Abstand untereinander, während etwa ab Rangplatz 20 die Unterschiede deutlich geringer werden. Das Resultat ist die oben gezeigte Kurve, die bereits einen „long tail“ aufweist – obwohl es sich dabei natürlich um überproportional aufmerksamkeitsstarke Beiträge handelt, wenn man die Gesamtheit aller publizistischen Beiträge auf ihre Verlinkungen etc. untersucht.

bild.de und Spiegel Online dominieren

Beim Blick auf die Anzahl der verschiedenen Beiträge, die aus einem publizistischen Angebot stammen, fällt sofort die Sonderstellung von bild.de und Spiegel online auf – beide zusammen vereinen 45 Beiträge, also fast die Hälfte der Top 100 auf sich. Auf Platz 3 folgt der „Postillion“, ein satirisches Online-Magazin, dass es in diesem Ranking vor etablierte Leitmedien wie die FAZ, die Welt oder die ZEIT geschafft hat.

Ein letzter Schritt bestand darin, für jedes Angebot zu vermerken, ob es sich um ein publizistisches Angebot handelt, das auch offline (in Print, TV oder Radio) vertreten ist, oder um ein reines Online-Angebot. Das Ergebnis: 79 der 100 Artikel stammen aus „etabliert-publizistischen Angeboten“, 19 aus den rein online publizierenden Angeboten. Zudem gab es einen Beitrag – von Richard Gutjahr – aus einem persönlichen Blog, und einen – vom Bundeskriminalamt – von einer Organisations-Homepage. Eine tiefergehende bzw. detaillierte Analyse wäre sicher denkbar, z.B. eine weitere Differenzierung der publizistischen Angebote oder aber eine Analyse der Themen, die es in die Top 100 geschafft haben, aber wir können nicht versprechen, dass wir es zeitlich auch hinkriegen…
[js]

 

Januar 4th, 2012

Jahres-Nachlese 2011 – highlights & daily routines @jpub20

Das neue Jahr hat begonnen – ein Zeitpunkt, an dem wir gerne darauf zurückblicken, was im vorangegangenen Jahr bzw. in den letzten drei Monaten so alles passiert ist, hier in der Warburgstraße.

Im Oktober 2011 hat die Arbeit an unserem Projekt begonnen – für uns alle, aber insbesondere für Wiebke und Jan ein großer Moment, da beide lange auf den Projektstart hingearbeitet haben. Am Anfang ging es uns vor allem darum, Arbeitsroutinen zu entwickeln und herauszufinden, was jeder an Erwartungen, Zielen, Kompetenzen und Interessen in das Projekt mitbringt. Zu diesem Zweck haben wir einen sehr produktiven Projekt-Auftaktworkshop im Hamburger betahaus abgehalten. Dabei wurde bereits klar, dass wir mit unseren Fallstudien einen ganz schönen Batzen Arbeit vor uns haben.

daily routines

Um diese Arbeiten zu koordinieren und zu dokumentieren, haben wir verschiedene „Tools“ entwickelt, die uns das Leben leichter machen (sollen): es gibt ein wöchentliches, protokolliertes Projektmeeting; einen tabellarischen Zeitplan, einen Wandkalender  sowie eine Übersicht zu aktuellen Call for Papers, die uns zur Orientierung dienen und regelmäßig geupdated werden; eine wöchentliche Kalenderwochen-Info, in der Arbeitsschritte, neue Dokumente und verschiedene „Vorkommnisse“ (z.B. Weihnachtswichteln) festgehalten werden. Zur Durchführung unserer Fallstudien nutzen wir, in Anlehnung an Yin („Case Study Research“, 2003), Fallstudien-Protokolle, in der wichtige Schritte dokumentiert werden, sowie Fallstudien-Datenbanken, in der relevante Dokumente, z.B. unser Mail-Verkehr mit den Kooperationspartnern (digital und analog), und Ideen und Beobachtungen in Form von Case Study Notes abgespeichert werden.  Eine beständig wachsende Citavi-Datenbank darf dabei freilich auch nicht fehlen.
Für die externe Kommunikation und den Transfer unserer Ergebnisse nach außen haben wir uns für die Einrichtung dieses Blog und eines Twitter-Accounts entschieden. Auch mit der Frage im Hinterkopf: Wie arbeitet eigentlich ein Forschungsinstitut im 21. Jahrhundert? Für uns jedenfalls sind beide Dinge hilfreiche Mittel, um aktuelle Belange festzuhalten, auf Call for Papers hinzuweisen oder uns mit anderen Projekten zu vernetzen (s. Links) – und außerdem kann ein bisschen Transparenz nicht verkehrt sein …
Und noch ein kleines Gimmick haben wir uns zugelegt: Zur Sammlung von Begriffen, die den Wandel des Journalismus unter den Vorzeichen des Internet beschreiben, und zu unserem ganz privaten Vergnügen haben wir die „Incredible J-Wall“ ins Leben gerufen. Mithilfe unserer fleißigen Blog- und Facebook-Kommentaroren und den Geschenkpapierresten des Weihnachtswichtelns sind wird nun schon bei 27 Begriffen bzw. „bubbles“ – vielen Dank und weiter so!

highlights

Zu den Highlights des letzten Jahres gehört neben dem guten Projektstart sicher die Annahme aller unserer eingereichten Beiträge zu den Tagungen der DGPuK (Jahrestagung 2012 + FG-Tagung Medienethik/CvK) sowie zur GOR12. Außerdem findet vom 02. bis 04. Februar die gemeinsame Tagung der DGPuK-Fachgruppen Journalistik/ Journalismusforschung und Rezeptions- und Wirkungsforschung hier in Hamburg statt. Beim Thema „Journalismus und (sein) Publikum“ sind wir natürlich ganz besonders gespannt auf die Vorträge …

Neben den Tagungen, die wir in diesem Jahr noch besuchen und mitgestalten werden, waren wir 2011 natürlich selbst auf der ein oder anderen Veranstaltung zu Gast. Julius etwa hat gemeinsam mit Max Ruppert in Stuttgart einen Vortrag zum GuttenPlag-Wiki auf der Herbsttagung der Sektion „Wissenschafts- und Technikforschung“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie  gehalten.
Spannend, umstritten, leicht psychedelisch und sehr vielschichtig ging es schließlich Ende Oktober zu auf dem 1st Berlin Symposium on Internet & Society, Teil der Gründungsveranstaltung des Humboldt Institutes für Internet & Gesellschaft, zu dessen kooperierenden Partnern das Hans-Bredow-Institut zählt. Wiebke, Jan, Nele, Julius und ein großer Teil der Bredows durften diesem Event beiwohnen. Viel wurde geredet über die Zukunft des Netzes, über Governance, Regulierung, Politik, Freiheit, Kreativität und Innovationen in und um das Internet. Für uns von besonderem Interesse war dabei der Workshop „traditional roles in transition„, bei dem Chris Anderson seine Ideen zu Algorithmen und Journalismus präsentierte.  Neles persönliche Highlights der Tagung und ein paar visuelle Eindrücke finden sich in ihrem Blog „forscher norden„. Das offizielle round-up der Tagung ist hier zu finden.

Eine weitere Tagung, die für uns sehr interessant war: „Zwischen Partizpationskultur und Selbstausbeutung. Medienmacher und Mediennutzer im Social Web“ des Promotionskollegs ComDigMed an der Universität Erfurt. Jan hat hierzu bereits in seinem Blog einen Post veröffentlicht und dafür das nette Tool Storify ausprobiert, zu sehen hier. Und auch die Organisatoren der Tagung haben bereits eine umfangreiche Nachlese veröffentlicht, auf die wir gerne verweisen – zumal Jan die End-Note der Veranstaltung halten durfte. Spannend erschien uns neben der beeindruckenden Referentenliste die Mischung aus Impulsvorträgen – jeweils auf Wissenschafts- und Praxisperspektive – sowie kurzen Vorträgen zu work in progress oder kleineren Projekten. Diese Mixtur hat besonders im Schwerpunkt „Journalismus“ sehr gut gegriffen, wobei insbesondere der Vortrag von Harald Baumer, seines Zeichens Leiter des Hauptstadtbüros der Nürnberger Nachrichten, interessante Innenansichten in Social Media-Praktiken von Journalisten lieferte. Er nutze Social Media zur Ideenfindung und „Marktforschung“, Liveberichterstattung, Recherche, Herstellen von Transparenz (Gesten des Zeigens, Dialog, Öffnung), als direkten und schnellen Rückkopplungskanal, als Dokumentation („öffentliches Notizbuch“), als Markttest für bestimmte Themen/Stories, zur Kundenbindung und als Werbemittel. Für ihn haben Social Media dabei immer einen „human touch“, obwohl er sie als professionelles Arbeitsinstrument betrachtet. Dabei differenziert er die Anwendungen und ihre Funktionen, z.B. bietet sich Twitter zur Live-Berichterstattung an, Facebook aber eher zum Hochladen von Bilderstrecken. Das Ganze wurde von Baumer wohlreflektiert, sehr anschaulich und unterhaltsam präsentiert – ein sehr gelungener Vortrag in einer ganzen Reihe spannender Beiträge.

Apropos: Auf beiden Tagungen wurde uns bewusst wie Wissenschaft & wissenschaftlicher Diskurs heute aussehen kann. In Berlin z.B. war es das minute-taking via QR-Code oder das visual recording der Workshop-Inhalte, die uns – neben der Inneneinrichtung des Hotels – beeindruckt haben. Und natürlich fand auch wieder wissenschaftlicher Diskurs auf der „Meta-Ebene“ statt. Nämlich in Form der hashtag-Öffentlichkeit (z.B. http://twitter.com/search?q=comdigmed), bei der die/der RednerIn es nicht nur schaffen muss, das Publikum direkt zu überzeugen – auch in der Twitter-Timeline zeigt sich schnell, ob das Gesagte Zuspruch findet. Besonders eindrückliche Passagen, aber auch kritisches Feedback werden sofort „nach außen“ weitergeleitet – wer möchte kann dem Geschehen folgen, wo auch immer er sich gerade befindet. Ein weiteres Beispiel für eine noch recht neue Art der Publikumsinklusion bei einer Tagung ist die kollaborative Protokollführung mit synchroner Chat-Funktion, z.B. über etherpad oder Google Docs, die auch bei der Tagung in Erfurt (http://titanpad.com/ComDigMed11) und in den Workshops in Berlin regen Zuspruch fand. Alles in allem wollen auch wir vermehrt versuchen, digitale Vernetzungsmöglichkeiten zum kollaborativen Arbeiten zu nutzen, beispielsweise erarbeiten Julius und Nele derzeit gemeinsam einen Artikel via Google Docs.

So, das war unsere kleine Rückschau auf das erste Vierteljahr im Projekt. Wir freuen uns über jedwedes Feedback, Anmerkungen und Ideen für unser Projekt. In diesem Sinne: keep on blogging!

[nh]